|
Wann ich zum erstenmal
träumte, mit Hund und
Wagen Wanderungen zu machen,
weiß ich heute nicht
mehr, aber 1997 bei
dem Aktivtag der Landesgruppe
Westfalen auf dem
Gutshof der Familie Stegemann
sah ich zum ersten Mal Zughunde
in natura.
Irmgard und Heiko Klug zeigten
mit ihren Bernern das Wagenziehen.
Ich war begeistert, vor allen
Dingen, mit welch Freude und
Begeisterung die Hunde bei
der Arbeit waren. Während
des Ziehens bewegte sich die
ganze Zeit freudig die Rute.
Roswitha Joeres
(ihre Hündin Asta war
aus der Zucht von der Familie
Klug) machte mich mit Irmgard
und Heiko bekannt und schon
war der Kontakt hergestellt.
Von diesem Zeitpunkt an blieben
wir in stetiger Verbindung,
so dass ich regelmäßig
Hilfe und Tipps von Irmgard
und Heiko bekam.
Aber was nutzen die besten
Tipps wenn die Praxis fehlt,
ich brauchte ein Geschirr
und einen Wagen und zwar preisgünstig.
Roswitha sagte mir, dass
unsere Landesgruppe ein Geschirr
mit Wagen habe, sie mit Asta
schon mal ziehen wollte, aber
diese keine Ambitionen zum
Wagenziehen hat. So konnte
ich mir Geschirr und Wagen
ausleihen und einmal versuchen
was unsere Inka dazu „sagen“
würde.
Ich war überrascht,
Inka stellte sich als Naturtalent
heraus, sie zog erst den Reifen
und schon sehr schnell mit
Begeisterung Wagen, als wenn
sie nie etwas anderes gemacht
hätte, Sie wurde sogar
etwas eifersüchtig und
behielt stehst den Wagen im
Blick, wenn ein anderer Hund
„ihren Wagen“
zog. Inka machte uns ihr Anlernen
leicht, verzieh uns unsere
Fehler, die wir beim Anlernen
machten, und zieht bis zum
heutigen Tag voller Begeisterung
alle Arten von Wagen: Einspänner,
mit ihrer Halbschwester Neele
Doppelspänner und auch
Mehrspänner mit anderen
Hunden. „Danke Inka“.
Es dauerte nicht
lange und einige Hundefreunde
aus unserer OG
Schwerte bekamen von den
Zughundaktivitäten etwas
mit, zeigten Interesse und
schlossen sich uns an.
Horst Tschentscher, Landesgruppenvorsitzender
der Landesgruppe Westfalen
und Organisator des Sennenhundspazierganges
in der Haard, hörte von
uns und dass auch er Interesse
am Wagenziehen hatte und es
mit seiner GS Hündin
ausprobieren wollte, machte
er den Vorschlag, sich einmal
im Monat, morgens vor dem
Sennenhundspaziergang zum
Wagenziehen zu treffen. Der
„Zughundetreff Oer –
Erkenschwick“ war geboren
und die Gruppe wurde langsam
größer.
Das man im SSV
nicht genau wußte, wie
mit den Zughunden gearbeitet
wird und keinerlei medizinische
Erfahrungen vorlagen, war
man in punkto Zughundearbeit
sehr zurückhaltend, um
mit dem Tierschutz nicht in
Konflikt zu kommen und so
genannten „Tierschützern“
keinen Angriffspunkt zu bieten.
Die Jubiläumsveranstaltung
2000 in Hünxe
schien für die Gruppe
von Zughundeleuten, die sich
mit der Zeit in Oer-Erkenschwick
zusammengefunden hatten und
regelmäßig trafen,
der geeignete Zeitpunkt zu
sein, dem Vorstand die Zughundearbeit
zu präsentieren.
Kurz gesagt, die Vorführung
wurde ein voller Erfolg, selbst
ein großer Regenguß
konnte den Zwei- und ihren
Vierbeinern nicht den Spaß
an der Vorführung nehmen..
Die Begeisterung
der Zuschauer entlud sich
in tosendem Applaus und belohnte
die Aktiven für ihre
Bemühungen. Waren zu
Anfang der Vorführung
die anwesenden Vorstandsmitglieder
noch sehr skeptisch, so schienen
sie die Vorführung mit
den freudig arbeitenden Hunden
überzeugt zu haben und
sie gaben grünes Licht
für die Zughundearbeit,
unter der Voraussetzung, dass
bei der Zughundearbeit die
Gesundheit und das Wohl des
Hundes im Vordergrund steht,
- so wie es auch heute noch
sein muss, verlangt wird und
unser oberstes Gebot ist.
|
Dass nicht jeder
Hund von Anfang an ein begeisterter
Zughund, geschweige ein Naturtalent
ist, und man mit viel Fingerspitzengefühl
an die Sache herangehen muss,
oder auch eventuell die Zughundearbeit
ganz aufgeben muss, merkten
wir an unserem zweiten Bernermädel
Neele. Neele konnte zwar,
aber wollte nicht. „Warum
soll ich arbeiten, lass die
Anderen und besonders Inka
doch ziehen“ schien
unser kleiner Sturkopf zu
denken. Na gut, nicht jeder
ist ein Zughund, so soll es
eben sein.
Im Jahre
2001 war es soweit, die erste
Zughundevorführung im
Ehrenring bei der großen
VDH Veranstaltung in den Dortmunder
Westfalenhallen wurde gezeigt.
Auch diese Vorführung
wurde ein voller Erfolg, so
dass wir von nun an regelmäßig
vom VDH eingeladen wurden.
Noch etwas passierte bei der
ersten Vorführung, Neele
wurde nervös, die Atmosphäre
am Ehrenring übertrug
sich auf Neele „alle
dürfen in den Ring, dürfen
ziehen, warum ich nicht?“
Als Annelie, meine Frau, ihr
das Geschirr hinhielt, sprang
sie regelrecht hinein. Der
Knoten war geplatzt, unsere
Neele war ein Zughund.
Zwar ist Neele auch heute
noch ab und zu mal ein kleiner
sturer Esel, wenn es um das
Arbeiten (auch auf dem Ausbildungsplatz)
geht, aber wir haben viel
Spass zusammen und wir sollten
immer bedenken, dass unsere
Hunde nun mal keine gefühllosen
Maschinen sind.
Auch bei mir bewirkte die
Atmosphäre bei den Aufführungen
etwas, der Wunsch unsere Zughundearbeit
auf der Welthundeausstellung
2003 zu zeigen. Es wurde mein
Traum.
Der Traum wurde
war, der VDH lud uns
zur Welthundeausstellung 2003
in Dortmund ein.
Die Zughundegruppe
im Show Ring, die Atmosphäre,
die Zuschauer, ein einmaliges
Erlebnis, kaum mit Worten
zu beschreiben.
Den schönsten Dank bekamen
wir, wenn wir in die Augen
der Kinder und Erwachsenen
blickten; die Kinderaugen
leuchteten, nein sie strahlten
wie große Sterne und
die Augen der Erwachsenen
schimmerten verdächtig.
Eindrucksvoller als mit dem
Abschlußbild, der Sechsspänner
mit dem Erdball, die anderen
Gespanne im Kreis um den Wagen
mit freudig winkenden Kindern
darin, konnte man nicht das
Motto des VDH´s „wir
gehören zusammen“
darstellen.
Danke all Denen, die uns nach
unserer Abschlußvorstellung
hinter der Bühne, ihre
Begeisterung mitteilten.
Für mich
wird die Welthundeausstellung
Dortmund 2003 immer einen
besonderen Platz in meinem
Herzen behalten; alle Beteiligten,
Zwei- und Vierbeiner werden
unvergeßlich bleiben.
Aber natürlich
hätte ich meinen Traum
nicht alleine verwirklichen
können. Es war ein langer
Weg bei dem viele Hundefreunde
mit ihren Begleitern geholfen
haben.
Leider haben uns einige der
Weggefährten schon verlassen
müssen um über die
Regenbogenbrücke zu gehen,
stellvertretend für alle
seien hier Ben (Conny Diederich)
und
Nice –Narne (Annegrete
Reißing), zwei Zughunde
der ersten Stunde genannt.
Allen Aktiven,
Hundeführern und auch
den Helfern hinter der „Bühne“,
die bei der Welthundeausstellung
dabei waren, einen recht herzlichen
Dank; ohne sie wäre der
Traum nie war geworden.
Zum Schluss,
ein spezielles Dankeschön
an meine Frau Annelie, die
mich die ganze Zeit unterstützt
hat in der Zughundearbeit
und an meine beiden Spatzel,
den Bernermädeln Inka
und Neele.
Danke!!
Ich hoffe, dass
wir alle mit unseren treuen
Begleitern noch einige Jahre
gemeinsam Spass an dieser
und auch anderen Tätigkeit
haben. Leider ist ein Hundeleben
viel zu kurz.
Es ist doch schön, wenn
man Träume noch leben
kann. |