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Dortmund Welthundeausstellung 2003
wie alles begann!

We have a dream.....

 

Wann ich zum erstenmal träumte, mit Hund und Wagen Wanderungen zu machen, weiß ich heute nicht mehr, aber 1997 bei dem Aktivtag der Landesgruppe Westfalen auf dem Gutshof der Familie Stegemann sah ich zum ersten Mal Zughunde in natura.
Irmgard und Heiko Klug zeigten mit ihren Bernern das Wagenziehen.
Ich war begeistert, vor allen Dingen, mit welch Freude und Begeisterung die Hunde bei der Arbeit waren. Während des Ziehens bewegte sich die ganze Zeit freudig die Rute.

Roswitha Joeres (ihre Hündin Asta war aus der Zucht von der Familie Klug) machte mich mit Irmgard und Heiko bekannt und schon war der Kontakt hergestellt. Von diesem Zeitpunkt an blieben wir in stetiger Verbindung, so dass ich regelmäßig Hilfe und Tipps von Irmgard und Heiko bekam.
Aber was nutzen die besten Tipps wenn die Praxis fehlt, ich brauchte ein Geschirr und einen Wagen und zwar preisgünstig. Roswitha sagte mir, dass unsere Landesgruppe ein Geschirr mit Wagen habe, sie mit Asta schon mal ziehen wollte, aber diese keine Ambitionen zum Wagenziehen hat. So konnte ich mir Geschirr und Wagen ausleihen und einmal versuchen was unsere Inka dazu „sagen“ würde.

Ich war überrascht, Inka stellte sich als Naturtalent heraus, sie zog erst den Reifen und schon sehr schnell mit Begeisterung Wagen, als wenn sie nie etwas anderes gemacht hätte, Sie wurde sogar etwas eifersüchtig und behielt stehst den Wagen im Blick, wenn ein anderer Hund „ihren Wagen“ zog. Inka machte uns ihr Anlernen leicht, verzieh uns unsere Fehler, die wir beim Anlernen machten, und zieht bis zum heutigen Tag voller Begeisterung alle Arten von Wagen: Einspänner, mit ihrer Halbschwester Neele Doppelspänner und auch Mehrspänner mit anderen Hunden. „Danke Inka“.

Es dauerte nicht lange und einige Hundefreunde aus unserer OG Schwerte bekamen von den Zughundaktivitäten etwas mit, zeigten Interesse und schlossen sich uns an.
Horst Tschentscher, Landesgruppenvorsitzender der Landesgruppe Westfalen und Organisator des Sennenhundspazierganges in der Haard, hörte von uns und dass auch er Interesse am Wagenziehen hatte und es mit seiner GS Hündin ausprobieren wollte, machte er den Vorschlag, sich einmal im Monat, morgens vor dem Sennenhundspaziergang zum Wagenziehen zu treffen. Der „Zughundetreff Oer – Erkenschwick“ war geboren und die Gruppe wurde langsam größer.

Das man im SSV nicht genau wußte, wie mit den Zughunden gearbeitet wird und keinerlei medizinische Erfahrungen vorlagen, war man in punkto Zughundearbeit sehr zurückhaltend, um mit dem Tierschutz nicht in Konflikt zu kommen und so genannten „Tierschützern“ keinen Angriffspunkt zu bieten.

Die Jubiläumsveranstaltung 2000 in Hünxe schien für die Gruppe von Zughundeleuten, die sich mit der Zeit in Oer-Erkenschwick zusammengefunden hatten und regelmäßig trafen, der geeignete Zeitpunkt zu sein, dem Vorstand die Zughundearbeit zu präsentieren.
Kurz gesagt, die Vorführung wurde ein voller Erfolg, selbst ein großer Regenguß konnte den Zwei- und ihren Vierbeinern nicht den Spaß an der Vorführung nehmen..

Die Begeisterung der Zuschauer entlud sich in tosendem Applaus und belohnte die Aktiven für ihre Bemühungen. Waren zu Anfang der Vorführung die anwesenden Vorstandsmitglieder noch sehr skeptisch, so schienen sie die Vorführung mit den freudig arbeitenden Hunden überzeugt zu haben und sie gaben grünes Licht für die Zughundearbeit, unter der Voraussetzung, dass bei der Zughundearbeit die Gesundheit und das Wohl des Hundes im Vordergrund steht, - so wie es auch heute noch sein muss, verlangt wird und unser oberstes Gebot ist.

Dass nicht jeder Hund von Anfang an ein begeisterter Zughund, geschweige ein Naturtalent ist, und man mit viel Fingerspitzengefühl an die Sache herangehen muss, oder auch eventuell die Zughundearbeit ganz aufgeben muss, merkten wir an unserem zweiten Bernermädel Neele. Neele konnte zwar, aber wollte nicht. „Warum soll ich arbeiten, lass die Anderen und besonders Inka doch ziehen“ schien unser kleiner Sturkopf zu denken. Na gut, nicht jeder ist ein Zughund, so soll es eben sein.

Im Jahre 2001 war es soweit, die erste Zughundevorführung im Ehrenring bei der großen VDH Veranstaltung in den Dortmunder Westfalenhallen wurde gezeigt.
Auch diese Vorführung wurde ein voller Erfolg, so dass wir von nun an regelmäßig vom VDH eingeladen wurden.
Noch etwas passierte bei der ersten Vorführung, Neele wurde nervös, die Atmosphäre am Ehrenring übertrug sich auf Neele „alle dürfen in den Ring, dürfen ziehen, warum ich nicht?“ Als Annelie, meine Frau, ihr das Geschirr hinhielt, sprang sie regelrecht hinein. Der Knoten war geplatzt, unsere Neele war ein Zughund.
Zwar ist Neele auch heute noch ab und zu mal ein kleiner sturer Esel, wenn es um das Arbeiten (auch auf dem Ausbildungsplatz) geht, aber wir haben viel Spass zusammen und wir sollten immer bedenken, dass unsere Hunde nun mal keine gefühllosen Maschinen sind.
Auch bei mir bewirkte die Atmosphäre bei den Aufführungen etwas, der Wunsch unsere Zughundearbeit auf der Welthundeausstellung 2003 zu zeigen. Es wurde mein Traum.

Der Traum wurde war, der VDH lud uns zur Welthundeausstellung 2003 in Dortmund ein.

Die Zughundegruppe im Show Ring, die Atmosphäre, die Zuschauer, ein einmaliges Erlebnis, kaum mit Worten zu beschreiben.
Den schönsten Dank bekamen wir, wenn wir in die Augen der Kinder und Erwachsenen blickten; die Kinderaugen leuchteten, nein sie strahlten wie große Sterne und die Augen der Erwachsenen schimmerten verdächtig. Eindrucksvoller als mit dem Abschlußbild, der Sechsspänner mit dem Erdball, die anderen Gespanne im Kreis um den Wagen mit freudig winkenden Kindern darin, konnte man nicht das Motto des VDH´s „wir gehören zusammen“ darstellen.
Danke all Denen, die uns nach unserer Abschlußvorstellung hinter der Bühne, ihre Begeisterung mitteilten.

Für mich wird die Welthundeausstellung Dortmund 2003 immer einen besonderen Platz in meinem Herzen behalten; alle Beteiligten, Zwei- und Vierbeiner werden unvergeßlich bleiben.

Aber natürlich hätte ich meinen Traum nicht alleine verwirklichen können. Es war ein langer Weg bei dem viele Hundefreunde mit ihren Begleitern geholfen haben.
Leider haben uns einige der Weggefährten schon verlassen müssen um über die Regenbogenbrücke zu gehen, stellvertretend für alle seien hier Ben (Conny Diederich) und
Nice –Narne (Annegrete Reißing), zwei Zughunde der ersten Stunde genannt.

Allen Aktiven, Hundeführern und auch den Helfern hinter der „Bühne“, die bei der Welthundeausstellung dabei waren, einen recht herzlichen Dank; ohne sie wäre der Traum nie war geworden.

Zum Schluss, ein spezielles Dankeschön an meine Frau Annelie, die mich die ganze Zeit unterstützt hat in der Zughundearbeit und an meine beiden Spatzel, den Bernermädeln Inka und Neele.
Danke!!

Ich hoffe, dass wir alle mit unseren treuen Begleitern noch einige Jahre gemeinsam Spass an dieser und auch anderen Tätigkeit haben. Leider ist ein Hundeleben viel zu kurz.
Es ist doch schön, wenn man Träume noch leben kann.



 

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